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Den Gamer PC günstig selbst zusammenstellen

Mit der eigenen PC-Zusammenstellung lässt sich ein Gamer PC oft deutlich preiswerter erstellen als es Händlern bei Komplettsystemen möglich wäre. Um dem Komplettrechner nicht unrecht zu tun: Hier gibt es auf den kompletten Zusammenbau Garantie, fällt ein Teil aus, ist es Aufgabe der Serviceabteilung des Herstellers, ihn zu lokalisieren und zu beheben. Fällt an unserem Eigenbau-PC ein Teil aus, folgt erst einmal eine Fehlersuche – bis so eine defekte Komponente erst einmal geortet ist, kann mitunter einige Zeit vergehen. Auch wenn der Zusammenbau eines PCs recht einfach ist und mit ein wenig Mut auch von Laien problemlos erledigt werden kann, ist es bei einem Individual-PC dennoch ratsam, zumindest einen PC-Kundigen Freund oder einen freundlichen PC-Shop in der näheren Umgebung zu haben.

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Budgetplanung

Um den perfekten Gamer PC günstig zusammenstellen zu können, bedarf es ein wenig Vorbereitung. Wichtigster Punkt: Wie teuer darf der neue Rechenknecht sein? Es ist nachvollziehbar, dass es für 500 Euro nicht die gleiche Leistung gibt wie für 1500 Euro. Dazwischen jedoch liegen einige Abstufungen und so manches Mal ist es sinnvoll, das eigene Budget lieber um 10 bis 20 Euro zu überziehen, als durch den Schwenk zu einer kleineren Grafikkarte viel Leistung zu verlieren oder durch den Kauf eines billigen Netzteiles ein instabiles und lautes System zu riskieren. Daher ist es ratsam, das Budget wenn möglich ein wenig flexibel einzurichten. Im Zweifel: Mit etwas weniger rechnen um notfalls einen Puffer zu haben. Bleibt dann am Ende für das restliche Budget kein sichtbarer Leistungs- oder Lautstärkesprung realisierbar, lässt sich für das Geld immer noch ein gutes neues Spiel kaufen, um den PC auch gleich ordentlich fordern zu können.

Mainboards – Bretter die den Highscore bedeuten

Das Mainboard ist die Basis eines PCs, diese Platine stellt fast alle Schnittstellen bereit und steuert Speicher, Prozessor und Erweiterungskarten an. Von der Hauptplatine hängt zudem die Wahl der CPU ab, da es zahlreiche unterschiedliche Sockel für die Prozessoren gibt, legt der Kauf des Mainboards auch die CPU fest und anders herum. Da die Wahl des Mainboards maßgeblich für die Stabilität des zukünftigen Gamer PCs verantwortlich ist und da sich viele moderne Schnittstellen nicht immer sinnvoll nachrüsten lassen, sollte das Mainboard lieber ein wenig hochwertiger ausfallen. Zu Zeiten der ersten Athlon-Prozessoren hatte AMD beispielsweise einen eher schlechten Ruf bei PC-Bastlern – viele Rechner liefen instabil und machten Probleme mit den damals aktuellen Betriebssystem Windows 98 und XP. Dabei wurde AMD oft unrecht getan, verantwortlich für viele der damaligen Probleme war zumeist der Chipsatz auf dem Mainboard.

Die Auswahl an Mainboard-Chipsätzen ist mittlerweile allerdings stark geschrumpft, viele für ihre Billigprodukte bekannte Hersteller haben sich aus diesem Markt komplett zurückgezogen. Daher teilt sich der Chipsatzmarkt inzwischen fast komplett auf AMD und Intel auf, die beide ihre eigenen Chipsätze produzieren. Unterschiede gibt es dennoch bei den Boards – je nach Hersteller und Preisklasse finden sich einmal mehr, einmal weniger Schnittstellen, Tuning-Möglichkeiten, Updatefähigkeiten oder auch generell Qualität bei der Komponentenwahl. So neigen einige Boards unter Last zu lautem Pfeifen, dem sogenannten Spulenfiepen.

Soll der PC einen AMD-Prozessor tragen, empfiehlt sich für Gamer-Rechner aktuell entweder ein älterer Phenom-II-Prozessor (wenn es preiswert sein soll) oder ein FX-Prozessor. Da die älteren Phenom II auch in den Sockel AM3+ der FX-CPUs passen, ist als Basis ein Board mit eben diesem Sockel AM3 ratsam. Preiswerte Platinen wie das Biostar A880GZ nutzen dabei ältere AMD-Chipsätze wie den AMD 880G. Noch günstigere Boards setzen auf den noch älteren AMD 760, hier fehlt es aber an modernen Schnittstellen wie SATA 6G. Auf USB 3.0 muss man bei vielen günstigen Boards oft generell verzichten. Hier rät sich ein Board mit dem aktuellen 970-Chipsatz wie das Asrock 970 Pro3 – USB 3.0, SATA 6G und zwei PCIe16x-Steckplätze sprechen für sich.

Intel-Rechner sollten auf einem modernen 7er-Chipsatz aufbauen. Nur diese bieten integrierte USB-3.0-Schnittstellen und bei Nutzung eines Ivy-Bridge-Prozessors auch PCIe 3.0. Gut ausgestattete Intel-Boards sind im Normalfall etwas teurer als AMD-Platinen, gleiches gilt für die dazugehörigen Prozessoren. Eine für den Preis sehr gute Ausstattung bringt beispielsweise das MSI Z77A-G41 mit. Zwei PCIe16x-Steckplätze, USB 3.0, SATA 6G sowie die Möglichkeit, eine kleine SSD zur Beschleunigung der Festplatte („SSD-Caching“) einzusetzen machen die Platine zum Preistipp für Intel-Rechner – auch wenn sie auf den ersten Blick nicht unbedingt günstig wirkt. Fast doppelt so viel hingegen berechnet Gigabyte für das Gigabyte GA-Z77X-UD3H, legt aber auch noch eSATA, einen mSATA-Steckplatz für Mini-SSDs und hochwertige Spannungswandler für bessere OC-Ergebnisse in die Waagschale.

Prozessoren und RAM – Herz und Hirn

Ein entsprechendes Budget vorausgesetzt, bietet aktuell (Herbst 2012) ein Intel-basierter Rechner mehr Leistung als einer mit AMD-Prozessor. Intels mittlerweile dritte Core-i-Generation mit dem Codenamen Ivy Bridge schlägt alle AMD-CPUs teils drastisch in der Leistung und ist dabei erstaunlich bezahlbar. Intel unterscheidet dabei zwischen Core i7 – Highend-CPUs mit 4 Rechenkernen, Hyperthreading und Turbo – sowie Core i5 – Performance-CPUs mit 4 Kernen und Turbo aber ohne Hyperthreading. Die i3-Modelle bieten nur zwei Rechenkerne und sind für anspruchsvolle Gamer nur bedingt geeignet. Noch schlechter sieht es mit den günstigen Modellen der Reihen Pentium und Celeron aus, für einen Zocker PC sind diese Prozessoren nur eingeschränkt brauchbar. Ist das Geld vorhanden und muss nicht die Grafikkarte unter plötzlicher Sparsamkeit leiden, wäre für den Gamer PC der i7 3770K oder der i5 3450 die sinnvollste Lösung – wer übertakten will, sollte die „K“-Variante wählen, da diese über einen offenen Multiplikator verfügt.

AMD-Gamer haben schlechte Karten, die aktuellen FX-Prozessoren sind kaum schneller als ihre Phenom-Vorgänger und benötigen unter Last viel Strom. Einige Anwendungsbereiche liegen der FX-Reihe zwar sehr gut, Games gehören allerdings noch nicht dazu.

Arbeitsspeicher zu kaufen funktioniert hingegen schon seit Jahren nach einer einfachen Regel: Viel hilft viel. Zwar erfährt diese Regel aktuell einen gewissen Realitätscheck, 8 Gigabyte RAM dürfen es in einem Gamer-PC aber durchaus sein. Da der Aufpreis oft nur gering ist, rechnen sich auch die schnelleren Module mit 1600 Megahertz Taktung, auch wenn der Performancegewinn gegenüber DDR3-1333 nur gering ist. Zwecks späterer Aufrüstmöglichkeit sollten es aber Module mit je 4 Gigabyte Kapazität wie die G.Skill Ripjaws 2×4 GB DDR3-1600 sein.

Für die Pixelpracht – Grafikkarten

Keine Komponente ist wichtiger für einen Zockerrechner, egal ob Highend Gamer PC oder günstiger Gamer PC, als die Grafikkarte. Prozessoren verlieren zunehmend an Bedeutung in aktuellen Rechnern, viele klassische CPU-Aufgaben übernimmt heute die Grafikkarte gleich mit. Auch auf dem Markt für Grafikkarten sind nur noch zwei GPU-Hersteller verblieben, AMD und Nvidia. Deren Baureihen Radeon und Geforce leisten sich zwar alle paar Wochen erneut harte Kämpfe in den Benchmarktabellen der PC-Magazine, zwischen den Topmodellen gibt es aktuell aber tatsächlich so wenig Unterschiede wie schon lange nicht mehr. Nvidias Kepler-GPU benötigt etwas weniger Energie, während AMD bei den Topmodellen HD 7970 und HD 7950 mit etwas mehr Leistung und geringeren Preisen kontern kann. Egal welche Karte aus der Oberklasse gewählt wird, die Leistung wird für aktuelle Spiele und Auflösungen bis hin zu 2560 x 1600 ausreichen. Soll allerdings ein 3D-Monitor genutzt werden, ist Nvidia dank der überzeugenden 3D-Vision-Technik im Vorteil, gleiches gilt für Physikeffekte mit der PhysX-Engine, wie sie Games wie Mafia 2 nutzen. Da diese Technologie Nvidia gehört sind die hübschen Effekte auf AMD-Karten nicht darstellbar.

Wichtiger ist da oft schon das Lüftungssystem der Grafikkarte. Eine Asus GTX670-DC2-2GD5 ist bei geringer Last nicht hörbar und unter Last nicht störend laut. Im AMD-Lager punktet die Sapphire Radeon HD 7970 OC mit guter Leistung, einem leisen Kühler und einem Gratis-Spiel. Deutlich preiswerter und dennoch verteufelt schnell wäre die XFX Radeon HD 7850 Dual Fan Black Edition mit ebenfalls sehr ruhigem Lüfter und guten Leistungswerten. Auf Nvidia-Seite findet sich im Preisbereich um 200 Euro nur wenig vergleichbar gutes – die ältere GTX 560 Ti in der Phantom-Version von Gainward beispielsweise bietet teils deutlich weniger Leistung als die kaum teurere AMD-Karte der neuesten Generation. Soll es noch preiswerter sein, wird die Auswahl bei Nvidia zunehmend dünner, während die Gigabyte GV-R777OC-1GD mit AMDs HD-7770-GPU für viele Titel in 1920 x 1080 Pixel immer noch ausreicht und dabei nur wenig mehr als 100 Euro kostet.

Unter Strom – Netzteilfragen

All diese Komponenten benötigen Strom und damit ein Netzteil, das aus dem schlecht verträglichen Steckdosen-Strom leckere Zutaten für den richtigen Energiemix des Gamer PCs macht. Die meisten energiehungrigen Komponenten bedienen sich dabei inzwischen aus der +12-Stromschine, weshalb diese in einem Gamer PC besonders leistungsstark sein darf. Die Wattangaben der Hersteller jedoch sind nicht immer zielführend, da vor allem bei preiswerten Modellen gerne ein wenig mit der Maximal-Leistung geschummelt wird. So gibt es Modelle mit 750 Watt „versprochener“ Leistung, die allerdings im Alltag nicht mehr leisten als ein 400-Watt-Modell eines Markenherstellers. Als grobe Richtschnur: Die stromhungrigsten Komponenten im Rechner sind der Prozessor und (mit Abstand an der Spitze) die Grafikkarte. Highendmodelle mit einer GPU wie die GTX 680 oder die Radeon HD 7970 konsumieren bis zu 250 Watt unter voller Last. Etwas preiswertere und sparsamere Karten kommen selten über 200 Watt. Prozessoren wie Intels aktuelle Core i7 nehmen inklusive ihrer integrierten GPU maximal 77 Watt auf, im Alltag sind es eher um die 55 Watt unter voller Last. AMD hat seine FX-CPUs nicht so gut im Griff, hier sind es, ohne dass eine GPU integriert wäre, oft mehr als 120 Watt. Was aber ersichtlich ist: Ohne Dual-GPU-Gespann und massiv übertaktete CPU reicht für einen Gaming-PC fast immer ein Netzteil mit 450 Watt aus. Zumindest, wenn das Netzteil von einen Markenhersteller stammt wie das Thermaltake SMART 430W oder das nagelneue Enermax Triathlor ETA450AWT. Darf es eine GPU mehr sein, bietet sich das be quiet! Straight Power E9 CM 680W an, das dank Kabelmanagement auch ein aufgeräumtes Gehäuse hinterlässt und gleich 4 PCIe-Stromstecker mitbringt.

Dauerrenner – Laufwerke

Immer wieder unterschätzt für die gefühlte Performance eines Gamer PCs werden die Laufwerke. Während auf ein DVD-Laufwerk inzwischen dank digitaler Distribution und USB-Installationen schon fast verzichtet werden kann, ist die Zeit der Festplatten noch lange nicht vorbei. Wer nun aber seine seit Jahren innig geliebte 40-Gigabyte-Festplatte mit in den neuen Rechner umzieht tut dem System keinen Gefallen. Dabei geht es noch nicht einmal um die Zuverlässigkeit älterer Festplatten sondern um die Geschwindigkeit des Laufwerkes. Der Start des Betriebssystems und installierter Anwendungen geht von einem modernen Laufwerk nun einmal deutlich schneller vonstatten. Wenn es irgendwie möglich ist, sollte zudem eine SSD als Laufwerk für das Betriebssystem genutzt werden. Laufwerke wie die Samsung 830 bieten mit 128 Gigabyte ausreichend Kapazität für Windows und einige wichtige Anwendungen und beschleunigen den Rechner stärker als es ein Prozessor- oder Speicherupdate je könnte. In Spielebenchmarks macht sich der Unterschied allerdings weniger bemerkbar, die meisten Games können auch weiterhin sorglos von einer Festplatte wie der Seagate ST2000DM001 2 TB gestartet werden.

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